Samstag, 8. März 2008

Kimono-Unterricht


Seit einem Monat kriege ich bei meiner Teezeremonielehrerin auch Kimono-Unterricht. Es ist gar nicht mal so leicht sich selber einen Kimono anzuziehen. Man braucht viel Konzentration, Genauigkeit und Kraft. Wieso?
Weil man sich die Reihenfolge des Wickelns und Bindens genau merken muss, sonst fällt am Ende alles auseinander und ist nicht straff genug. Und man benötigt dazu viel Kraft in den Händen, um die Spannung zu halten.
Ich ziehe dazu erstmal nur Yukatas (Sommerkimonos), die einen dünnen und leichten Stoff haben, an und lerne einfache Obi (Gürtel)-Muster.
Mal schauen, ob ich mir dann in Deutschland selber einen Kimono anziehen kann ;)

Willkommen und Abschied


Heute hatte ich wieder meine Kinder-Englischklassen. Da ab April das neue Schuljahr anfängt und die 2 Mädchen (Foto links) auf die weiterführende Schule gehen, werden sie es wohl nicht mehr schaffen zu meiner Englischklasse zu kommen. Seit ca. 4 Jahren sind sie nun schon in die Gemeinde in Taketoyo gekommen, um nebenbei Englisch zulernen. Dabei haben sie nicht nur in der Sprache Fortschritte gemacht, sondern haben auch viel von Jesus gehört. Ich bin immer wieder sprachlos, wie sehr sie sich noch an einzelne Geschichten der Bibel erinnern können. Ich hoffe, dass sie Gottes Wort nicht vergessen und sich auf ihrem weiteren Lebensweg immer wieder daran erinnern und anknüfen können. Möge Gott bei ihnen sein und sie begleiten!
Bitte betet für neue Sprachschüler, sodass die Kinderklassen in Taketoyo weiterhin wachsen und bestehen können.
DANKE, eure Julia

Haru ga kita...


Der Frühling ist erwacht! Zur Zeit blühen diese wunderschönen Pflaumenbäume... und bald auch die Kirschbäume-meine absoluten Favoriten :)

Sonntag, 2. März 2008

Ayakos Taufe



Heute war die Taufe von Ayako, die vor 2 Jahren zum Glauben gekommen ist.
Für mich war es die erste Taufe in Japan und so war ich sehr gespannt. Da ihre Gemeinde hauptsächlich aus jungen Leuten besteht, war die Atmosphäre sehr offen und locker. Getauft wurde im Ofuro (Badewanne) nebendran und die 2 Täuflinge konnten anziehen, was sie wollten. Vor der Taufe haben die 2 Täuflinge Zeugnis gegeben und von ihrem Weg zum Glauben erzählt. Ich war berührt und einfach begeistert, wie sehr Gott diese beiden jungen Menschen bis hierhin begeleitet und geführt hat. Und wie sehr ER sie mit seiner Liebe füllt, die durchdringt und sichtbar ist! Ayakos Eltern sind keine Christen und waren auch nicht bei der Taufe dabei, was Ayako doch ziemlich getroffen und bedrückt hat. Doch dass ihre nicht gläubige Freundin und wir 5 Shorties gekommen sind, hat sie wiederum sehr glücklich und froh gemacht. Der andere Täufling, ein junger Mann, berichtete von einer schweren Zeit mit Selbstmordversuchen und Depressionen bevor er Jesus Christus kennengelernt hat. Aber unser Vater hat ihnen Kraft, Liebe, Mut und Hoffnung geschenkt, sodass sie sich für ein neues Leben mit ihm entschieden haben. Heute sind sie durch die Taufe mit Jesus gestorben und wieder auferstanden und wir alle sind Zeugen von diesem Ereignis geworden.

Nach der Taufe gab es ein gemeinsames Mittagessen und nach einer Pause noch eine Andacht. Da der Pastor sehr leichte Sätze und Worte benutz hat, konnte ich sehr viel verstehen :)
Deutlicher und klarer geht es kaum noch:
Denn nur durch seine unverdiente Güte seid ihr vom Tod errettet worden. Ihr habt sie erfahren, weil ihr an Jesus Christus glaubt. Aber selbst dieser Glaube ist ein Geschenk Gottes. (Epheser 2,8)

Das wünsche ich EUCH auch!
Es grüßt euch alle ganz lieb eure Julia*

Dienstag, 26. Februar 2008

"Oh wie schön ist Japanama!"


Jeden 2. und 4. Samstag habe ich in Taketoyo English Kids Club. Meistens kommen so um die 4-6 Kinder. Das Englischlernen ist zwar sehr mühselig und anstrengend für die Kinder, aber das gemeinsame Basteln oder Spielen danach macht ihnen so einen Spass! Hier auf dem Foto sind jeweils 2 Geschwisterpaare zu sehen, es ist erstaunlich wie gut sie sich untereinander verstehen, obwohl 2-3 Jahre zwischen ihnen liegen. Es ist immer wieder schön mit Kindern zu arbeiten und sich von ihrer Heiterkeit, Freude und Unbesorgtheit anstecken zu lassen :)


Gestern war ich mit 3 Frauen aus einer meiner Deutschklassen in Taketoyo in einer Ausstellung. Diese Ausstellung war über den berühmten japanischen Teezeremonie-Meister, (Garten-) Architekt, Kalligrapheur und Dichter Kobori Enshu (1579-1647).
Viele gesammelte Chawan (Teeschalen) und Utensilien der Teezeremonie waren ausgestellt. Was mich am meisten fasziniert und begeistert ist diese Schlichtheit und Moderne in dem japanischen Design und Stil.
Vor dem Museum waren wir in einem traditionell japanischen Restaurant. Jeder von uns bekam ein volles Tablett (Foto) mit vielen verschiedenen Schälchen. Ein Hauptmerkmal der japanischen Küche sind die verschiedenen feinen Geschmäcker, die aber alle miteinander harmonieren und sich ausgleichen. Für mich ist die Art der Zubereitung und der Anordnung schon Kunst!

Dienstag, 19. Februar 2008

Hadaka Matsuri- das halbnackte Fest


Heute war das berühmt-berüchtigte alljährliche Nacktenfest (はだか祭), bei dem tausende halbnackte Männer, die nur mit dem traditionellen Lendenschurz fundoshi bekleidet sind, Sake-trinkend durch die Straßen ziehen. Jede Gruppe trägt dabei einen bunt geschmückten Baum durch die Gegend, der zuerst aufgestellt wird und dann versucht einer der Männer bis an die Spitze zu klettern. Nach diesem Akt gehen sie weiter, um schließlich vor den jeweiligen Schreinen (hier der Konomiya-Schrein) zu versuchen, den sogenannten “Mann Gottes” zu berühren. Sie glauben, dass sie allein durch die Berührung dieses Mannes, der jedes Jahr neu gewählt wird, von all ihrer Schuld, ihren Probleme und Sorgen erlöst werden und im kommenden Jahr Glück bekommen.
Was ihnen der Tag jedoch wirklich bringt, sind nur der Kater am nächsten Morgen und die Wunden, die durch Gedränge und Handgreiflichkeiten zwischen Betrunkenen entstanden sind...
Dabei gibt es doch den einzigen und wahren Sohn Gottes, der ihnen all ihr Sünden für immer vergeben kann!

Donnerstag, 14. Februar 2008

Nippon Connection




Nach langer Funkstille, melde ich mich endlich wieder!
Mittlerweile ist es sehr kalt geworden!!! Morgens ist es in meinem Zimmer um die 6 Grad kalt(°o°)... letzten Samstag hat es dann auch zum ersten Schnnee in Nagoya gereicht. Den ganzen Tag schneite es sehr stark, sodass es einige Störungen im Verkehrsnetz gab. Viele Züge hatten Verspätungen, es gab Staus auf Straßen und Autobahnen. Man hatte schon ein wenig das Gefühl von Aufruhr und leichter Panik. Normalerweise schneit es nämlich in dieser Umgebung kaum und so war es für alle ein ungewöhnliches Ereigniss. Am Sonntag schien sich dann alles wieder beruhigt zu haben, denn die Sonne schien und brachte den gestrigen Schnee zum Schmelzen.
An unserem freien Tag, dem Montag, trafen wir uns nach langer Zeit wieder mit unseren japanischen Deutschstudenten in Nagoya. Ich genieße unsere Gemeinschaft jeden Mal sehr! Für einige war es das letzte Treffen, denn sie und viele andere Studenten werden in den kommenden Monaten für ein Jahr ins Ausland fliegen. 2 von ihnen werden nach Würzburg und Essen in Studentenwohnheime wohnen und die jeweiligen Universitäten besuchen. Aber wir haben uns vorgenommen uns in Deutschland zu treffen. Ich finde es toll, dass sie sich so für die deutsche Kultur und Sprache interessieren! Dadurch finden sich auch immer wieder gute und lange Gespräche :)
Nach dem gemeinsamen Mittagessen sind wir dann noch Karaoke singen gegangen, was einfach ein Muss ist, wenn man mit Freunden unterwegs ist! Es gab auch erstaunlicherweise deutsche Lieder, wie 99 Luftballons, Dschinghis Khan und Moskau :D die Schlager überhaupt!
Mio, eine Englischstudentin, ist diesmal auch mitgekommen. Mit ihr hab ich mich auf Anhieb gut verstanden und wir hatten tolle Gespräche. Ich bin einfach nur so froh und dankbar, dass ich in diesen 5 Monaten schon so viele nette junge Japaner/innen kennen lernen und treffen konnte. Das war ja immer mein Wunsch gewesen, guten Kontakt mit Gleichaltrigen zu haben. Es fällt mir jetzt schon schwer, wenn ich an unseren Abschied im August denke... sie sind mir alle sehr schnell ans Herz gewachsen und die Zeit mit ihnen ist für mich wie ein Geschenk des Himmels!